Basisdemokratisches Bündnis:

Falschinformationen richtig gestellt

Im Dezember wurde heiß auf dem Campus disktutiert: In der ADF-Publikation Wadenbeißer war zu lesen, dass man bald mit dem Ticket nirgends mehr hinfahren könne – und dafür auch noch mehr bezahlen sollte. Da sich in dem Artikel eine Falschaussage an die andere reiht, haben wir für euch mal eine ausführliche Richtigstellungen zusammen gestellt. In Wirklichkeit soll sich am Ticket nämlich kaum etwas ändern.

„Der neue Semesterticket-Sachbearbeiter vom Basisdemokratischen Bündnis (BB) hat leider das Angebot von uns, sich in das Semesterticket einarbeiten zu lassen, abgelehnt.“

Der Artikel beginnt mit einer eiskalten Lüge: Ein solches Angebot wurde uns niemals gemacht. Stattdessen war der alte Sachbearbeiter aber vor der Übergabe fleißig: E-Mail-Verkehr mit den Unternehmen, der über bisherige Verhandlungsergebnisse hätte Aufschluss geben können, wurde vollständig gelöscht. Die letzten vorhandenen Unterlagen zu den Verhandlungen stammen aus dem Jahre 2007.

„Durch eigene Umfragen und Fahrgastzählungen [..] konnten wir [die ADF im AStA] Wünsche der Bahngesellschaften nach Preiserhöhungen [..] wirksam entgegentreten.“

An dieser Stelle wird nicht erwähnt, dass die letzte solcher Zählungen 2007 - also vor vier Jahren - stattgefunden hat.

„[D]er Preis für die Strecken des Heidekreuzes [..] vervierfacht sich [..], bevor diese zum 1. April 2012 aus dem Ticket herausfallen.“

An dieser Stelle hat sich die ADF gleich einen doppelten Aprilscherz in einem Satz erlaubt: Gestiegen ist der Preis von 1,20€ auf 2 €. Weit entfernt von einer „Vervierfachung“. Der höhere Preis ergibt sich aus der Modernisierung der Strecke (Erhöhung der Geschwindigkeit von 80 auf 120 km/h sowie Einsatz besserer Fahrzeuge). Herausfallen wird die Strecke aber keineswegs zum Sommersemester: Das Unternehmen, dass die Strecke befährt, hat im Dezember gewechselt. Mit dem neuen Unternehmen konnte unmöglich ein Angebot fristgerecht ausgehandelt werden, um es noch in die Urabstimmung aufzunehmen. Es wird dem AStA aber noch im Januar ein Vertragsentwurf unterbreitet werden. Geplant ist diese Strecke, sobald die Verhandlungen abgeschlossen sind, per Beschluss des Studierendenparlaments nachträglich in das Ticket aufzunehmen. Dies wird sicher vor dem 1. April stattfinden, so dass die Strecke durchgängig genutzt werden kann.

„Verhandlungen mit dem neuen Betreiber des Heidekreuzes wurden ohne jegliches Ergebnis geführt“

Mit der erixx GmbH wurde bereits seit Mai verhandelt und noch im Sommer eine Einigung für das laufende Wintersemester erzielt. Der Vertrag wurde dann fristgerecht unterschrieben.

„Zum kommenden Wintersemester wird das Ticket [..] deutlich teurer“

Von „deutlich teurer“ kann kaum die Rede sein. Wie jedes Jahr wird der Preis inflationsbedingt ein wenig ansteigen. Im vergangenen Jahr bezahlten wir 79,57€. Das jetzige Angebot beläuft sich auf 80,81€. Diese Summe wird durch den nötigen Nachbeschluss noch ein wenig steigen – jedoch, wie oben zu sehen ist, nicht außergewöhnlich stark. Zum Vergleich: Im Januar 2011 - aufgrund der Verhandlungen der ADF - stieg der Preis um stolze 10,61€ an.

„Die Strecken der NordWestBahn in der Weser-Ems-Region sowie die Strecke nach Paderborn sind dann [kommendes Jahr] nicht mehr enthalten.“

Richtig ist, dass über den Vertrag mit der NordWestBahn nicht abgestimmt werden wird. Falsch ist aber, dass sie herausfallen sollen. Auch hier konnte das Unternehmen nicht rechtzetig ein Angebot vorlegen. Selbst wenn sie nicht wieder hinein genommen würde, werden die meisten Strecken auch von anderen Anbietern wie dem Metronom befahren.

„Darunter leiden müssen mehrere Tausend Studierende, die nicht mehr mit dem Semesterticket nach Hause fahren können und für dieses schlechte Ticket auch noch deutlich mehr als bisher bezahlen müsen.“

Wie gesehen, werden selbstverständlich alle weiterhin nach Hause fahren können und dafür auch nicht signifikant mehr bezahlen. Unter dem angeblichen „Chaos beim Semesterticket“ litten allein diejenigen Studierenden, die Angst hatten, in Zukunft nicht mehr nach Hause fahren zu können. Die Verwirrung um das Semesterticket wurde aber nicht vom AStA, sondern von der ADF selbst produziert.

Unser Semesterticketbeauftragter war seit dem Erscheinen des Wadenbeißer - wie das ganze Jahr über - für Studierende ansprechbar. In dieser Zeit riefen im AStA viele Studierende an oder schrieben E-Mails, die genau diese Sorge ausdrückten. Glücklicherweise konnten alle Missverständnisse ausgeräumt werden.

Auf der Homepage des AStA – übrigens das erste mal seit Einführung des Semestertickets – findet ihr alle enthaltenen Strecken und Preise detailliert aufgeschlüsselt (unter: http://www.asta.uni-goettingen.de/765). Für die Zukunft ist es wohl empfehlenswert, zuerst hier zu schauen, um seriöse Informationen zum Thema zu erhalten. Insbesondere, wenn die Opposition mal wieder Wahlkampf betreibt.


Dieser Artikel ist abrufbar unter: //archiv.bb-goettingen.de/2080